Ironman Hawaii: Dr. Sebastian Felix Girg ist in Hawaii am Ziel seiner Träume

 (web) Kailua-Kona, 13. Oktober 2018: Butzbacher schwimmt 3,4 Kilometer blind im Salzwasser

Ein Traum ist für den Butzbacher Orthopäden Dr. Sebastian Felix Girg (Triathlon Wetterau) am 13. Oktober in Hawaii in Erfüllung gegangen: In 10:56:53 Stunden finishte der 42jährige in Kailua-Kona die Weltmeisterschaften im Ironman-Triathlon. Dabei lief es ganz und gar nicht nach Plan.

Felix Girg Hawaii
Am Ziel seiner Träume ist Dr. Sebastian Felix Girg an der 40. Auflage des IM Hawaii (Foto pv).

 

Nach 450 Metern im Pazifik riss der Nasensteg der Schwimmbrille, die bereits 300 Schwimmkilometer problemlos gehalten hatte. Fast blind und nur alle 20 Züge schauend, ob die Richtung stimmte, bewältigte Girg die restlichen 3,4 Kilometer im Wasser. „Da ich Kontaktlinsenträger bin, kam noch die Angst dazu, dass diese mit der nächsten Welle weggespült werden“, erzählt Girg. Nach 1:13:24 Stunden und damit knapp zehn Minuten hinter seiner geplanten Zeit, machte er auf dem Rad zunächst ordentlich Druck. Bei Kilometer 28 das nächste Malheur, das Hinterrad schleifte. Nach zweimaligem Anhalten, Aus- und Einbau des Rades und verschenken zahlreicher Plätze behob er den Störfaktor. Mit ordentlicher Ernährung, jede Stunde ein Riegel, eine Salztablette und über ein Liter Flüssigkeit lief es dann hin und zurück vom Queen K Highway in Kona bis zum Wendepunkt in Hawi flüssig. „Erst auf den letzten zehn Radkilometern der 180 Kilometer langen Strecke bekam ich Krämpfe“, sagt Girg. „Mit den geplanten 4:50 pro Kilometer lief ich los und merkte sofort, dass der Marathon durch die Lava-Wüste heute nicht lustig wird.“ Hitze, müde Beine, Wadenkrämpfe zwangen den dreifachen Familienvater dazu, immer wieder zwischen einem Kilometer traben, humpeln und gehen abzuwechseln. Aufgeben war keine Option, das Finish im Hafen von Kona hatte oberste Priorität. Mit einem Lächeln im Gesicht lief der Butzbacher nach 10:56:53 Stunden über die Ziellinie. „Ich bin am Ziel meiner Träume angekommen, am absoluten Limit meiner Leistungs- und Leidensfähigkeit“, blickt Girg zurück. „Es bleibt der Stolz und das Gefühl, an etwas ganz Großem teilgenommen zu haben.“

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