70.3 St. Pölten: Jörg Jung qualifiziert sich für 70.3-WM in Kanada

(web) St. Pölten, den 25.05.14 Starker 3. Platz für Jörg Jung über Half-Ironman in Österreich

Jörg Rad St. Pölten
Jörg fuhr sich auf dem Rad von Platz 19 auf Platz 9 vor (Foto Jung).

Nach seiner WM-Qualifikation aus 2013 qualifizierte sich Jörg Jung, Triathlon Wetterau, bei seinem zweiten Start in Nieder-Österreich erneut mit persönlicher Bestzeit über diese Distanz für die Weltmeisterschaften. Mit einem hervorragenden 3. Platz in der AK 45 startet der Butzbacher am 07. September 2014 in Mont-Tremblant, Kanada. Dabei suchte Jung sich den Wettkampf aufgrund seiner profilierten Radstrecke bewusst aus – drei Anstiege über knapp 15 Kilometer mit 1000 Höhenmetern wie in St. Pölten entsprachen genau seiner Vorstellung, denn für flache Radstrecken über 90 Kilometer Länge konnte Jung einfach nicht genug Watt treten.

3 Plätze für die WM standen der AK 45 zur Verfügung. „Mein Wettkampfziel war alles geben und hoffen, dass es am Ende reicht, um aufs 'Stockerl' zu kommen“, bilanziert der Butzbacher als einer der erfolgreichsten Langdistanzler in der Geschichte des kleinen Wetterauer Vereins. Dafür sprach seine Form auf dem Rad, da wollte er versuchen recht weit nach vorn zu kommen. Das Winter-Schwimmtraining war leider nicht allzu erfolgreich, Ausdauer wohl ausreichend vorhanden, aber die nötige Schnelligkeit fehlte. Auch im Laufen hatte er das Gefühl, im Training einfach nicht mehr so schnell unterwegs sein. Dies hoffte er in Österreich auf dem Rad kompensieren zu können.

Eine Viertelstunde nach den Profis ging es mit der zweiten Startgruppe über die 1,9 kilometerlange Schwimmstrecke ins 18° kalte Wasser. Eine Besonderheit beim Ironman 70.3 St.Pölten ist das Schwimmen in gleich zwei Seen. Nach den ersten 1000m heißt es 300m zu laufen, um die restlichen 900m im zweiten See zu absolvieren. Durch die Trainingseinheiten vor Ort hatte sich Jung zwar etwas mehr versprochen, zeigte sich aber mit 34:40 min. Schwimmzeit und Platz 19 der AK 45 zufrieden und hoffte auf dem Rad, den Anschluss nach vorne zu finden. Hier geht es dann auf ein gesperrtes Stück Autobahn, bevor nach 25km der erste Anstieg wartet und das Feld schon mal vorsortiert wird. Flache 30km entlang der Donau folgen. Wie im letzten Jahr herrschte in der Flachetappe Gegenwind und keine Chance der Gruppe wegzufahren. Zwei Ausreißversuche missglückten, der Kraftaufwand war einfach zu hoch. Um der Gefahr einer Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens aus dem Weg zu gehen, ließ sich Jörg Jung aus der 15köpfigen Gruppe zurückfallen. Er hoffte auf eine Chance bei den nächsten beiden Anstiege und einen schnellen Laufsplit. Bei km 60 folgt dann von der Donau der längste Anstieg der Strecke mit 7km und 400 Höhenmetern zum höchsten Punkt der Strecke. Die Beine waren locker und so konnte er gleich zu Beginn der Steigung sowie dem letzten Berg bei km 78 der Gruppe wegfahren.

Als Jung in die 2. Wechselzone – einem umfunktionierten Fußballplatz – fuhr, ermittelte er durch das Zählen der bereits vorhandenen Räder seiner Altersklasse, dass er sich mit 2:29:20 Stunden für die 90 Radkilometer auf Platz 9 vorgefahren hatte. Das sah Erfolg versprechend aus, auch wenn er die Zeitabstände nicht wusste. Ein schneller Wechsel klappte und die ersten Meter auf der Laufstrecke fühlten sich recht locker an. Bei Temperaturen um die 26 Grad und der Mittagssonne ideale Voraussetzungen, weitere Plätze gut zu machen. 2 Runden entlang des Flusses Traisen waren zu absolvieren. Viel los war noch nicht auf der Laufstrecke, die Profis schon im Ziel oder kurz davor, nur einige Altersklassenathleten unterwegs. Alle paar Kilometer konnte er immer mal wieder überholen. Zur Mitte der zweiten Runde erhöhte Jung das Tempo noch mal deutlich, die letzten 3km flog er dann regelrecht über die Strecke. Ein kleiner Endspurt hat auch noch geklappt und auf der Finishline wurde sogar noch mal das Zielband hochgehalten. Seine Laufzeit von 1:17:05 Stunden für den abschließenden Halbmarathon brachte den Ausnahmeathleten sogar noch auf Platz 3 der knapp 300 Altersklassenathleten und Platz 62 insgesamt, wovon allein 36 Plätze an Profi-Triathleten gingen. Und mit 4:26:30 Stunden realisierte Jörg Jung mit noch 44 Jahren als einer der jüngsten AK-Athleten seine bisher schnellste Zeit über die Mitteldistanz. Das erste Saisonziel, der erhoffte Startplatz für die WM in Mont-Tremblant hatte er sich damit erfüllt.

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