Tom Weber wird deutscher Vizemeister über die Mitteldistanz

Immenstadt, den 20. August 2017 – DM-Platz 5 für Regina Kaurisch, AK-Sieg für Tanja Weber über die Olympische

Im Rahmen der 35. Auflage des Allgäu-Triathlons in Immenstadt fanden neben der Olympischen Distanz und einem Sprinttriathlon die Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz statt. Dementsprechend gut was das Rennen des „Allgäu-Classic“ mit über 600 Startern besetzt: Mit der Schweizerin Daniela Ryf und Jan Frodeno waren die beiden Hawaii-Weltmeister am Start. Die heimischen Starter trumpften mit starken Schwimm- und Radzeiten auf, im Laufen allerdings hatten alle aufgrund der vorangegangenen Radhöhenmeter deutliche Einbußen hinzunehmen.

Tom Weber Anstieg Freundpolz
Seine Bergqualitäten beweist Tom Weber beim 4 kilometerlangen Anstieg nach Freundpolz, auf 1000 Metern gelegen (Foto: Sportfotograf.com).


Tom Weber und Regina Kaurisch vom Triathlon Wetterau stellten sich der Herausforderung des seit 1983 ausgetragenen deutschen Triathlonklassikers über 1,9 – 80 – 20 Kilometer. Dabei gehört das Rennen zu einem der härtesten in Deutschland – weist die Radstrecke auf ihren 80 Kilometern knapp 1300 Höhenmeter auf. Weber, der sonst in der 2. Bundesliga-Mannschaft vom Triathlon Wetterau ausschließlich über Sprintdistanzen startet, gab seine Premiere über die vierfache Streckenlänge. Der 19jährige lief nach 1,9 Kilometer Schwimmen im Großen Alpsee nach 26:09 Minuten als Neunter des gesamten Männerfeldes zu seinem Rad in der Wiese oberhalb des Schwimmausstieges. Hier galt es sogleich nach 2 Kilometern in Immenstadt den 17%igen Kalvarienberg zu bezwingen. Bei Kilometer 16 wartete die nächste Hürde: Ein 4 kilometerlanger Anstieg hinauf nach Freundpolz, das auf einer Höhe über 1000 Meter liegt. Angespornt durch die zahlreichen Zuschauer, die mit Kuhschellen, Live-Musik oder Alphörnern die Athleten anfeuerten, realisierte Weber mit 2:29:53 Stunden ein starke Radzeit und ging als 24. auf die 20 kilometerlange Laufstrecke. Auch diese war keineswegs flach, sondern wellig und wies als Härtetest den Kuhsteig, einer kurzen knackigen Steigung mit Crosscharakter auf. Für Tom Weber war jetzt einfach nur noch Durchkommen angesagt: „Meine Beine waren anfangs sehr schwer, nach einigen Kilometern konnte ich aber im 4:30er-Schnitt laufen, ehe am Kuhsteig ein Krampf mein Tempo bremste“, sagt der 19jährige erschöpft aber zufrieden im Ziel. Nach 4:36:31 Stunden feierte der Niddataler als Zweiter der AK18 am Alpsee die Deutsche Silbermedaille. Im gesamten Starterfeld platzierte sich der Zweitbundesligist auf einem respektablen 56. Platz.

Regina Kaurisch ging in der AK55 ins Rennen. Mit Platz 34 und 36:55 Minuten lief es im Schwimmen um die 3 Bojen mit Landgang gut. Auf dem Rad spielte sie mit 3:12:57 Stunden ihre Stärke aus und profitierte von den für Allgäu-Verhältnissen eher „brasilianischen“ Wetterbedingungen mit Sonne und trockenen Abfahrten. In der dritten Disziplin machte sich der Trainingsrückstand bemerkbar, immer wieder musste die Schwalheimerin Gehpausen einlegen. Nach 6:16 Stunden durfte sie den Zieleinlauf am Alpsee genießen und platzierte sich auf DM-Platz 5 der W55. „Ich habe immer wieder Gels und Riegel zu mir genommen, aber im Laufen ging muskulär einfach nichts mehr“, sagt Kaurisch.

Tanja Weber indes ging über die Olympische Distanz an den Start. Mit 170 weiblichen Starterinnen wies der „Allgäu Olymp“ den größten Frauenanteil aller Wettbewerbe auf. Nach 26:09 Minuten für die 1500 Meter im 19,9 ° warmen Alpsee wechselte sie nach schnellem Schwimmauftakt als 11. aufs Rad. Hier erklomm sie die harten Anstiege über die 42 Radkilometer mit 650 Höhenmetern scheinbar mühelos und ging auf Position 9 auf die Laufstrecke über 10 Kilometer. Mit schweren Beinen verlor sie in ihrer schwächsten Disziplin 4 Plätze. Auf Gesamtplatz 13 dürfte sie sich im Zielkanal von Weltmeister Jan Frodeno, der unmittelbar vor Weber als Sieger der Deutschen einlief gratulieren lassen und das Medienspektakel genießen. Zudem holte Weber in 2:50:26 Stunden den Sieg in der W45 und nahm bei der Siegerehrung eine Allgäuer Kuhschelle in Empfang. Achter der M60 wurde Harald Jörg vom LT Butzbach in 3:31 Stunden. Linda Steinbuch erreichte mit Doris Kurzke-Jörg den 5. Platz der weiblichen Staffeln über die Olympische Distanz.

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